Tja, wie der Titel wohl schon sagt, geht es dieses Mal um Toronto. Gegen 12 Uhr brachen wir auf. Ein kurzer Fußmarsch brachte uns vier und Gandalf zur Erindale Station. Von dort aus nahmen für für 5,5 CAD den Go Bus zur Toronto Union Station. Wenn man sich überlegt, dass das gut ne Strecke von 20 bis 25 Kilometern war, ist das verdammt günstig. Die Fahrt an sich hat etwas 50 Minuten gedauert.
Um die Zeit zu überbrücken, habe ich mich ein wenig mit Gandalf unterhalten, was es so zu sehen gibt, was er uns empfehlen würde uns anzusehen und wie man wo am besten hinkommt. All solche Dinge eben. Ich muss sagen es war sehr interessant nur davon zu hören. All diese Plätze zu sehen würde aber sicherlich all diese Dinge noch übertreffen. Und einen Teil von diesen Dingen würden wir an diesem Samstag schon sehen… So verging die Fahrt doch relativ schnell und schon von weitem war der CN Tower zu sehen. Als wir durch die Stadt fuhren türmten rechts und links riesige Wolkenkratzer auf und vermittelten einem schon im Bus das Gefühl ganz klein zu sein, verglichen mit diesen Bauwerken… Aber gut, dass hier alles etwas überdimensionaler ist als bei uns, daran hatten wir uns ja schon gewöhnt… Man stelle sich einen 5 Liter Margarineeimer vor…
Anyway… An der Union Station angekommen klärten wir erst einmal ab, wohin wir nun gehen würden. Wir beschlossen fürs Erste Gandalf zum Eaton Centre zu folgen. Das Eaton Centre ist ein weiteres riesiges Einkaufszentrum. Auf dem Weg dorthin zeigte uns Gandalf einige Gebäude und Sehenswürdigkeiten, wie die alte und die neue Cityhall, einige andere riesige Gebäude und ähnliches. Ein paar Beispiele gefällig?


Einige Bilder, entstanden zwischen den Häuserschluchten...
Die alte Cityhall...
Die neue Cityhall...
Der Eingang zum Toronto Eaton Centre...
Vom Eaton Centre an waren wir aber auf uns allein gestellt und so führte unser Plan uns als erstes auf die Yonge Street. Bemerkenswert an der Yonge Street ist, dass sie direkt am Ufer des Lake Ontario beginnt und erst nach über 2000 Kilometern im Norden Ontarios endet. Ja, ihr lest richtig, 2000 Kilometer. Rekordverdächtig, sagt ihr? Genau das ist es. Ihre Länge hat der Yongestreet einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde eingebracht. Logischerweise sind wir sie nicht ganz entlang gegangen, aber ihr eine ganze Weile gefolgt durch Downtown Toronto. Im Großen und Ganzen ist sie in diesem Bereich eine große Einkaufs und Erlebnismeile. Ziemlich bunt. Und wir hatten wohl einen Guten Tag erwischt.
Wir sahen eine Capoeiragruppe, die auf der Straße ihre Künste zeigte und schließlich einen Straßenkünstler, über den ich sogar schon einen Bericht gesehen habe, wenn ich mich recht entsinne… Sehr Eindrucksvoll, was er so gezeichnet hat… Aber am besten macht ihr Euch davon selbst ein Bild. Die Capoeriagruppe war natürlich auch nicht zu verachten, war zeitweise wirklich sehr eindrucksvoll, was die zeigten. Außerdem war an diesem Samstag wohl ein Versuch für einen neuen Weltrekord in Toronto. Alle Gitarristen sollten sich versammeln und das selbe Lied spielen… Helpless von Neil Young. Leider waren wir nicht lange genug dort, um das zu hören, aber es sammelten sich schon eine Menge Leute auf dem Platz…
An dieser Stelle entstand auch die folgenden Bilder, bzw das Bild aus dem vorangegangenen Post… Vor dem Platz war ein Mann mit seinen beiden Reptilien und ich bat ihn, mit ihm ein Bild machen zu dürfen. Stattdessen aber drückte er mir lachend die große Echse in die Hand und setzte mir die Kleine auf den Kopf… Und Gott waren die zwei niedlich… Danach ging es ins Hard Rock Café. Allerdings erst mal nur zum gucken. Aber wir wollen da auf jeden Fall nochmal hin, wenn wir nicht so einen vollen Terminplan haben.


Also ging es weiter die Yonge Street entlang hinauf bis zum Qeens Park. Dort fand am Samstag das Muhtadi International Drumming Festival statt. Soweit ich es verstanden habe das zehnjährige Jubiläum. Wer also Trommelmusik mag dem hätte das sicherlich gefallen. Wir hatten nicht so viel Zeit, haben uns aber immerhin die Zeit genommen uns die verschiedenen Stände einmal anzusehen… An einem dieser Stände gab es Ohrringe mit getrocknetem Obst… Leider hab ich kein Bild davon gemacht aber da fragt man sich doch, was das für einen tieferen Sinn hat… Aber wie sagt man so schön? Ander Länder, andere Sitten.
Ein Denkmal im Queenspark...
Und auch sonst viel zu sehen...Weiter ging es durch die Stadt und dann einmal quer durch Chinatown. Meiner Meinung nach nicht so beeindruckend, halte in normales Stadtviertel wo alle Schilder und Läden mit chinesischen Zeichen beschriftet sind. Sogar die Straßenschilder tragen neben dem englischen Namen noch die chinesische Übersetzung auf sich. Logischerweise haben wir die meisten vermutlich chinesischen Einwohner in Chinatown gesehen.
Anschließend hatten wir beschlossen zum Hafen zu gehen um uns die Harbourfront anzusehen und schließlich auf die Toronto Islands zu fahren. Auf dem Weg zum Hafen begegnete mir dieser kleine Kerl hier. Und er war so freundlich für den Moment still zu halten und dieses Foto von ihm zu machen. Leider hab ich keine Ahnung ob diese Rasse einen eigenen Namen hat aber die Eichhörnchen hier haben wohl alle schwarzes Fell. Zumindest hatten alle, die ich bisher hier in Kanada gesehen habe schwarzes Fell. Steht diesen Tierchen aber durchaus sehr gut.
Unser Weg zum Hafen führte uns auch am CN Tower und am Rogers Centre vorbei. Den CN Tower würden wir später an diesem Tag noch besichtigen. Das Rogers Centre ist ein riesiges Baseballstadion mit einer Kuppel, die sich öffnen und schließen lässt. Ebenfalls ein sehr imposantes Gebäude. Je nachdem ob es sich machen lässt wollen wir uns vielleicht noch ein Baseballspiel dort ansehen während unserer Zeit hier in Kanada.
Schließlich erreichten wir aber doch den Hafen und beschlossen, dass es mal wieder Zeit für ein Gruppenbild war. Mir persönlich gefällt dies echt besser als das erste, aber man wächst ja auch an seinen Aufgaben. Ansonsten zeigten sich auch die Möwen sehr kooperativ und durchaus fotogen =)
Die Harbourfront an sich war leider nicht so beeindruckend, wie sie beschrieben worden war aber das tat der Aussicht auf die Toronto Islands auch keinen Abbruch. Es dauerte zwar noch eine Weile, aber schließlich fanden wir uns am Ticketschalter für die Fähre auf die Toronto Islands. Für 6,5 CAD für hin und Rückfahrt zusammen an sich auch recht günstig. Die Fähre legte auch schnell ab, nachdem wir uns an Bord befanden und knappe zehn Minuten später erreichten wir die Centre Island der Toronto Islands.
Zu den Toronto Islands ist zu sagen, dass es sich um eine Inselgruppe südlich der Harbourfront handelt die so etwas wie eine Erholungsmöglichkeit darstellen, denn verglichen mit der lauten, stickigen Innenstadt von Toronto erscheint einem diese Inselgruppe wie in kleines Paradies. Erstaunlicherweise existieren diese Inseln in ihrer jetzigen Form erst seit 1858, wo sie durch einen schweren Sturm vom Festland getrennt wurden. Vorher waren sie eine Halbinsel.
Die Insel ist Autofrei und lud uns mit weitläufigen Wanderwegen und großen Wiesen zum verschnaufen ein. Auch gibt es dort saubere Strände, die vielleicht bei einem späteren Besuch einmal interessant sein würden. Außerdem gibt es dort viele Restaurants und Yachthäfen. So viel Zeit hatten wir aber dann doch nicht… Einige lustige Bilder entstanden trotzdem auf den Inseln. Die meisten Tiere waren weniger fotogen, dafür hatten wir aber einen umso schöneren Ausblick auf die Skyline von Toronto mit CN Tower und allem was sonst so dazu gehört. Am Besten seht ihr Euch das selbst an ;)

Etwas später ging es dann zurück aufs Festland. Wir beschlossen noch etwas zu essen, ehe es auf den CN Tower gehen sollte. Da aber einer der Jungs nicht schon wieder Fast Food wollte führte er uns in ein Restaurant, das man ihm empfohlen hatte… Na ja Restaurant wäre wohl übertrieben… Jedenfalls ging‘s ins Jack Astor’s… Ist hier wohl ne relativ bekannte Kette. Die Preise in dem Laden waren aber dann doch schon ganz ordentlich, dafür dass es auch nicht überragend geschmeckt hat. Die Karte fand ich nicht so prickelnd, und auch das Essen an sich war… na ja sagen wir mal nur geringfügig besser als das normale kanadische Essen… Aber was solls, haben wir auch wieder was dazu gelernt.
Schließlich ging es dann doch zum CN Tower. Wir wollten ja die Dämmerung, beziehungsweise den Sonnenuntergang dort oben verfolgen. Leider dauerte das Ticket kaufen und so alles etwas länger. Wir beschlossen uns einen City Pass zu besorgen. Für die, die vielleicht einmal nach Toronto kommen: Der City Pass kostet derzeit 59 CAD (inklusive Steuern) und beinhaltet Eintrittkarten für fünf Sehenswürdigkeiten. Den CN Tower, das Royal Mueum of Ontario, das Toronto Science Centre, das Casa Loma (bekannt aus Filmen wie X-Men) und den Toronto Zoo. Bedenkt man, das die Auffahrt auf den CN Tower allein schon 23 CAD kosten sollte lohnt sich das also durchaus. Ab dem Kaufdatum gilt der Pass für neun Tage, das ist der einzige Nachteil.
Durch den Citypass hatten wir auch die Möglichkeit zwischen einem Dokumentarfilm oder einem 4D Movie zu wählen, bevor es hinaufging. Nach einigem hin und her landeten wir im 4D Movie… ich war für ein paar Minuten ein Baumstamm auf seiner Reise durch den Urwald nachdem er gefällt wurde… Irgendwie so in der Art halt. An sich sind 4D Movies also ganz lustig, wenn man nicht ganz Wasserscheu ist. =)
Auf dem Weg nach oben wurde noch ein Foto gemacht, das wir später zu Gesicht bekommen sollten. Somit reihten wir und in die Schlange für den Fahrstuhl ein. Bevor ich weitererzähle, ein kurzer Exkurs zum CN Tower. Mit 553 Metern ist der CN Tower (Canadian National Tower) derzeit der höchste Fernsehturm der Welt. Gebaut wurde er 1973 bis 1976. Nicht schlecht so ein Ding in drei Jahren hochzuziehen oder? Aussichtsplattformen findet man in 351 Metern und in 447 Metern Höhe. Der Aufzug mit dem man hinauf und hinunter fährt bewegt sich mit 6 Metern pro Sekunde (entspricht gerundet 22 km/h) und während der Fahrt hat man die Möglichkeit durch den Glasboden und die Glasfront nach draußen zu sehen. Gerade Abends sieht das natürlich sehr schön aus, weil der CN Tower in allen möglichen Farben und Lichtspielen beleuchtet wird. Das lässt sich kaum beschreiben: Allgemein kann man sagen, das Erlebnis CN Tower lässt sich schwer beschreiben. Nachvollziehen kann man es wohl nur, wenn man es selbst erlebt hat.
Oben angekommen eröffnete sich uns eine scheinbar völlig neue Welt. Es brach gerade die Dämmerung hinein und innerhalb einer geschätzten halben Stunde wurde es ganz dunkel und die Lichter der Stadt die sich unter uns scheinbar bis zum Horizont erstreckte… raubten einem den Atem. An einer Seite hatte man einen Blick auf den Lake Ontario und am Horizont war nur noch ein schmales Band von winzigen Lichtern zu sehen aber sonst ein Mehr aus Licht, selbst die Highways mit den Autos fügten sich nahtlos in dieses Bild ein… Leider war es verdammt schwierig gute Bilder dort zu machen, durch die Glasscheiben und die Lichter von innen die sich in den Scheiben spiegelten, aber ich will es Euch nicht ganz vorenthalten. Dennoch noch einmal die Empfehlung: Seht es Euch selbst an! Ich für meinen Teil habe mir bei dieser Aussicht geschworen, irgendwann noch einmal nach Toronto zu kommen.
Ausblick auf Toronto mit Lake Ontario...
Die selbe Ecke noch einmal bei Nacht...
Und noch ein Bild von meiner Wenigkeit...Wir gingen noch etwas weiter hinauf und umrundeten einmal das Restaurant, was sich oben befindet. Ich habe mir die Preise gar nicht erst angesehen, denn die Geile Aussicht + wunderbare Atmosphäre zum Essen… vermutlich sehr, sehr teuer. Etwas weiter unten ist eine weitere Aussichtsplattform mit Glasboden… Interessante Aussicht nach unten aber das war jetzt nicht so besonders aufregend. Nachdem wir noch eine Weile dort oben verweilt hatten hieß es aber doch irgendwann, den Weg nach unten anzutreten.
Unten sahen wir uns noch den Gift Shop an, also den Geschenke / Souvenirladen… Und ich hab da was gesehen, was ich haben will, aber ich dachte mir, ich schau nochmal wo anders. Was es ist oder sein wird… erfahrt ihr vielleicht später =)
Draußen mussten dann natürlich auch nochmal Fotos gemacht werden, denn von außen sah man ja erst richtig, wie schön die Beleuchtung des CN Towers war. Leider war auch das etwas, was sich mit der Kamera schlecht festhalten ließ. Aber man stelle sich diesen riesen Turm vor der in allen erdenklichen Farben erstrahlt und die auch im Sekundentakt in verschiedenen Mustern geändert hat. Die Stromrechnung von dem Laden möchte ich mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen.
Schließlich machten wir uns doch auf den Weg Richtung Union Station. Dachte in zumindest. Aber nachdem wir etwas reichlich Unschönes mit ansehen mussten, worüber ich mich hier nicht auslassen möchte, beschlossen die Jungs sich noch den Entertainmentdistrict anzusehen. Also das Vergnügungsvierteln mit den Clubs und Bars und was man sich halt fürs Nachtleben so vorstellt. Ich persönlich fand das jetzt nicht so begeisternd, weil die Leute sich da nicht groß anders als bei uns verhalten, aber zwei der Jungs schienen sich zumindest prächtig zu amüsieren.
Nach einigem Hin und her machten wir uns aber doch auf den Weg zur Union Station und warteten dort noch eine halbe Stunde auf den Go Bus nach Hause… Erst hier wurde mir und den andern wohl bewusst, wie viel und wir lange wir gelaufen waren. Ich erinnere mich nicht, wann meine Füße das letzte Mal so weh getan haben sollen, wenn sie es überhaupt schon einmal getan haben.
Die Fahrt nach Hause verbrachte ich im Halbschlaf, immer wieder mal aufgeschreckt durch irgendwas was rumpelte oder zu helle Lichter. Der Weg von der Erindale Station nach Hause schien länger als je zuvor aber schließlich und endlich kamen wir doch zuhause an und alles was ich noch wollte war schlafen. Was ich dann auch gemacht habe ;)
So viel also zu meinem ersten Tag in Toronto…